Die Münchner Friedhöfe

Wegweiser zu Orten der Erinnerung

ISBN 978-3-7630-4056-8, Klappen­broschur, 128 Seiten, € 20,00, Erschei­nungs­datum 15.10.2019

Münchens Friedhöfe sind wunderbare Orte für stimmungsvolle Spaziergänge.

Dieses Buch stellt die schönsten Rundgänge vor – vom Alten Südlichen Friedhof mit seinen historischen Grabdenkmalen, dem zauberhaften Friedhof in Bogenhausen mit vielen Grabstätten prominenter Persönlichkeiten über den Nord- und Ostfriedhof bis hin zum Waldfriedhof und vielen weiteren.
In biografischen Notizen werden Leben und Schaffen von über 500 Verstorbenen gewürdigt.
Ein Wegweiser, der zu Entdeckungen einlädt.

Eintreten in eine andere Welt: So kann es sich anfühlen, wenn man einen Friedhof betritt. Nicht nur für Trauernde, sondern auch für Besucher und Spaziergänger.

In diese andere Welt einzutreten, dafür gibt es in München vielfältige Möglichkeiten. Man darf bei 29 städtischen Friedhöfen, zu denen zwei israelitische Friedhöfe hinzuzufügen sind, nicht nur von einem großen Friedhofssystem, sondern von einer Friedhofsinfrastruktur sprechen.

Was angesichts der Endlichkeit eines Menschenlebens zunächst eine Notwendigkeit ist, hat jedoch auch ganz andere Facetten.

Zuallererst sind Friedhöfe Orte der Bestattung und der Totenruhe. Es ist ein Zeichen von Menschenwürde und von Freiheit, entscheiden zu können, wo und wie man selber oder ein Angehöriger bestattet werden soll. Die Ruhe, die auf vielen Friedhöfen angenehm spürbar ist, lässt Trauernden Raum, ihren Gefühlen nachzugehen und Spaziergänger Abstand von der Hektik des Alltags finden.

Die Grabstätten  sind es, die Friedhöfe zu Orten der Trauer, der Erinnerung, ja, zu Orten der Liebe über den Tod hinaus machen. Neben ganz vielen privaten Grabstätten, die oft liebevoll gepflegt werden, gibt es auch von der Stadt angelegte Grabanlagen, in denen zum Beispiel Opfer des Nationalsozialismus, von Luftangriffen oder auch von krankheitsbedingten Epidemien bestattet sind. Sie sind zeitlose Monumente der Erinnerung und  der Mahnung.

Dass parkähnliche Friedhöfe mitten in der Stadt mit ihrem Straßenverkehr auch eine Funktion als grüne Lunge haben, ist keine zu vernachlässigende Nebensächlichkeit, sondern spielt eine bedeutende Rolle auch bei den Überlegungen, wie ein gesundes urbanes Klima zukünftig gewährleistet werden kann.

Konkret spiegeln die städtischen Münchner Friedhöfe – die kirchlichen und klösterlichen sind in diesem Buch nicht einbezogen – auch ein beachtliches Stück Stadtgeschichte wider.

Zunächst  die von München in der Zeit vor den vielen Eingemeindungen zu Beginn und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Im 18. und 19. Jahrhundert war der Alte Südfriedhof sehr lange der einzige kommunale Friedhof. Seine begrenzten Kapazitäten wurden durch die Schaffung des Alten Nördlichen Friedhofs erweitert.

Eine entscheidende und wichtige Persönlichkeit für die Weiterentwicklung der Münchner Friedhöfe war Hans Grässel, der als Stadtbaurat maßgeblich die Errichtung der heutigen Münchner Großfriedhöfe vorantrieb. Unter ihnen fällt der Waldfriedhof besonders auf. Mit seiner Architektur im  Alten und Neuen Teil ist auf einem Friedhof das ganze 20. Jahrhundert erkennbar.

Mit ihrer Eingemeindung brachten etliche umliegende Städte und Ortschaften ihre bis dahin eigenständigen Friedhöfe mit in das Münchner Friedhofswesen ein. Einige dieser Begräbnisstätten gab es schon lange, andere waren erst ein paar Jahre vor der Eingemeindung errichtet worden. Auf die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Stadtteil wird bei der Gräbervergabe bis heute Wert gelegt.  Manchmal ist ein gewisser Lokalstolz auch bei der Grabgestaltung erkennbar.

In der Summe gibt es auf den Münchner Friedhöfen aktuell etwa 250.000 Gräber, verteilt auf einer Fläche von 420 Hektar.

Angesichts der Zahlen wird deutlich, dass das Buch nur ausgewählte Gräber von bekannten Persönlichkeiten und besonderen Grabstätten vorstellen kann. Die Auswahl ist subjektiv und spricht insofern eine doppelte Einladung aus: Zunächst die, die Münchner Friedhöfe kennenzulernen. Bei diesem Kennenlernen – das ist die zweite Einladung – soll dem Besucher auch das auffallen, was ihn persönlich anspricht und anrührt.

Eintreten in eine andere Welt: Das kann man auf einigen Münchner Friedhöfen auch unter Anleitung, denn über einige von ihnen gibt es regelmäßige Führungen.

Aus vielen Gründen sind die Münchner Friedhöfe sehenswert. Das möchte dieses Buch sichtbar machen.

IN DER TRAUER ZÄHLT ZUSAMMEN­HALT

Das Interview in der tz vom 17./18. November 2018

Grabredner Gunter Mehler über Schmerz, Abschied und Humor

„Mein Beruf ist oft Anlass, auch über mein Leben nachzudenken.“

In der Trauer zählt Zusammenhalt

DEM TOD TROST ABTROTZEN

Ein Berufsporträt in der SZ vom 30. Oktober 2018

Frank Bärwaldt hat zwanzig Jahre lang als Pastor bei der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde in Starnberg gearbeitet – bis ihn private Umstände zum Aufgeben zwingen. Nun ist er Trauerredner.

„Lässig sitzt er auf dem buntgescheckten Sessel in seinem Büro, die Beine übereinander geschlagen, eine Hand sicher auf der Lehne ruhend. Wenn er spricht, lächeln wasserblaue Augen aus einem gebräunten Gesicht. Das graue Haar ist kurz geschnitten, die Wangen ausrasiert, nur der Kinnbart lässt ihn etwas spitzbübisch wirken. …“

Der Seelen-Sorger (Münchner Merkur)

DER SEELEN-SORGER

Ein Berufsporträt im Münchner Merkur vom 28.09.2011

„Er springt dort ein, wo die Kirche nicht weiterhilft:
Thomas Multhaup, 48, ist Freier Seelsorger. Er traut Geschiedene, die noch einmal heiraten wollen. Er betreut Atheisten und kirchlich Ungebundene, die sich in den großen Momenten ihres Lebens nach Zeremonien sehnen.“

Der Seelen-Sorger (Münchner Merkur)

VON EINEM DER DA IST, WENN DIE SEELE TRAUER TRÄGT

ISBN 978-3-89883-240-3, Hardcover mit Schutzumschlag, 200 Seiten, € 16,95 [D] / € 17,50 [A] / sFr 30,90 [CH]

Wir leben in einer Welt, in der kein Platz ist für seelische Auszeiten. Wer nach einem Jahr noch trauert, riskiert die Bemerkung: „Wie, du bist immer noch nicht darüber hinweg.“ Aber wie kann oder soll man mit Trauer umgehen? Die Auflösung althergebrachter Rituale hat eine schmerzliche Leerstelle hinterlassen, und die Unterdrückung von Trauer hat gesundheitliche, soziale und psychische Folgen.

Mit großem Einfühlungsvermögen und aus seinem persönlichen Erfahrungsschatz schöpfend setzt sich Thomas Multhaup mit dem Phänomen der Trauer auseinander.

Angesprochen werden Menschen, die einen Angehörigen durch Tod verloren haben, durch Krankheit ihr bisheriges Leben nicht mehr fortsetzen können wie bisher oder durch Trennung, Arbeitslosigkeit oder eine andere traumatische Verlustsituation ihr inneres Gleichgewicht eingebüßt haben. Professionelle, konfessionsfreie Trauerbegleitung soll den Trauernden helfen, den erlebten Verlust sowie die damit verbundene Trauer als einen Bestandteil ihres Lebens anzunehmen und zu integrieren, um nach dem vollzogenen Trauerprozess gestärkt und lebensbejahend nach vorne blicken zu können.

Seelsorge ist nicht nur Kirchensache – so lautet Multhaups Überzeugung. Gefragt ist heute eine neue, nicht-konfessionelle, in die Gesellschaft integrierte, mitmenschliche Trauerkultur und -bewältigung. Denn nur im gesellschaftlichen Kontext kann dieses schwerste aller Gefühle bewältigt werden und eine Bereicherung für den Betroffenen darstellen – eine innovative, Erfolg versprechende Sicht aus berufener Feder.

Loslassen – der Trauerratgeber

Seit 2007 veröffentlicht der Münchner Merkur und seine Heimatzeitungen dreimal jährlich den Trauerratgeber „Loslassen“. Thomas Multhaup ist der fachlich verantwortliche Redakteur und informiert zu Themen, Entwicklungen und Trends im Bereich der „Trauerkultur“.

Die Ausgaben von Loslassen als PDF-Dateien:

Loslassen 2017/07

FRIEDHOFSFÜHRER „MÜNCHENS FRIEDHÖFE“

Aus dem Inhalt:

„Friedhöfe – das sind Orte, zu denen man sich eigentlich nur aus zwei Gründen auf den Weg macht: Um ein Familiengrab zu besuchen und/oder zu pflegen, um als Gast bei einer Trauerfeier Abschied von einem Menschen zu nehmen. Gerade dann ist ein Friedhof selten ein Wohlfühlort.“ Thomas Multhaup

Friedhöfe – Orte mit Geschichte

Wo Menschen leben, da sterben Menschen und müssen und sollen bestattet werden: Grabfelder oder Friedhöfe entstanden und entstehen. Forscher sind oft glücklich, wenn sie bei Ausgrabungen auf ein altes Gräberfeld stoßen. Grabbeigaben oder auch Sargoder Urnenreste geben Aufschluss über längst vergangene Zeiten und ihre Bestattungskultur. Friedhofsanlagen lassen außerdem größenbedingt Rückschlüsse auf die Zahl der Orts- oder Stadtbewohner zu, Erweiterungen eines Friedhofes machen erkennbar, wann die Bevölkerungszahl angestiegen ist. Manche Grabanlagen lassen auch sofort Rückschlüsse auf Seuchen wie Pest und Cholera zu, an denen innerhalb kürzester Zeit viele Menschen verstarben.

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